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Bahn-Europameisterschaft Beringen (B), 3. / 4.9.2011

Camrosh, Bahn-Europameister 2011
Mit insgesamt zwanzig Vertretern der Schweizer Farben war unsere Delegation angesichts der über dreihundert teilnehmenden Hunden nicht überwältigend gross. Dafür war sie hervorragend betreut. Bei Marcel Borloz als erfahrenem Equipenchef waren wir gut aufgehoben, wussten immer, wann wir dran waren und wurden rechtzeitig erinnert, die Hunde einzulaufen. So konnte man sich auf die Vorbereitung und Motivation des Hundes konzentrieren.

Der Rennbetrieb der ganzen EM war professionell organisiert und durchgestylt, mit mehrsprachigen nicht nur zweckmässigen, sondern auch informativen Durchsagen. Dieser super Organisation war es denn auch zu verdanken, dass an beiden Renntagen alle Finalläufe inklusive Siegerehrungen bei genügendem und natürlichem Licht sattfanden. Ein grosses Bravo den Organisatoren.
Etwas gewöhnungsbedürftiger war der Rest der Organisation. Wer sich nicht bereits bei der Anmeldung der Standplätze darum bemühte, hatte keine Chance in der Nähe seiner Teamkollegen zu stehen zu kommen. Diese Patchwork-Philosophie wirkt zwar auf den ersten Blick völkerverbindend, ist es aber nicht wirklich. Wenn sie dazu dienen sollte, dass die Teilnehmenden sich vermehrt im zentralen Zelt verpflegen, statt in schrebergartenähnlichen Zelt- und Wohnwagen-Dörfern Nationalismus zu pflegen, dann müsste man in besagtem zentralen Zelt nicht nur Bier anbieten, sondern auch etwas Essbares.

Mit Ausnahme der Greyhounds hatten alle Hunde zwei Vorläufe zu bestreiten. Die sechs schnellsten gelaufenen Zeiten, unabhängig ob im ersten oder zweiten Lauf realisiert, ergaben die Finalteilnahme.
Aus Schweizer Sicht war der Samstag recht erfolgreich, wenn auch leider ohne Titel. Sechs Hunde konnten sich für Finalläufe qualifizieren und auf die Unterstützung der nicht sehr zahlreichen, aber dafür lauten Fans zählen. Ercolino bei den PLI nach Fotofinish auf dem zweiten Patz, sowie Sayyad, der bei den Sloughis ebenfalls Vizeeuropameister wurde, waren die herausragendsten Resultate. Einen vierten Platz erreichten Samira bei den Sloughis und Jolie bei den Barsois. Parviz wurde fünfter bei den Sloughis und Csillag Ajandek Sechster bei den Magyar Agar.
Am Sonntag konnten sich nur zwei Schweizer Hunde für die Finals qualifizieren, dafür mit hundert Prozent Erfolg. Marianne und Heinz Müllers Zajim konnte das Rennen bei den Afganen Rüden für sich entscheiden, und Camrosh gewann den spannenden Finallauf bei den Saluki Rüden (Foto oben  links: Václavíková).

Der Wermutstropfen dieser EM ist, dass Fou’ad, der dieses Jahr die Coursing-EM gewonnen hat und im vergangenen Jahr an der Bahn-WM im Final gestanden ist, verzichten musste. Vor einigen Wochen wurde eine Leptospirose-Infektion diagnostiziert. Diese hat er zwar dank früher Diagnose und rascher Behandlung und wohl auch dank seiner ausgezeichneten Kondition überstanden, aber ein Einsatz an der EM wäre zu riskant gewesen. Ich war sehr froh, dass Karin und Gerhard dennoch nach Beringen gefahren sind, und bin für ihre Unterstützung sehr dankbar.

Für Camrosh und zugegebenermassen auch für mich war diese EM ein Highlight und eine Bestätigung. Ich habe mich nicht nur sehr gefreut, dass er sich für den Final qualifizieren konnte, sondern auch, dass seine Schwester Calila, die vor einem Jahr einen Wurf hatte, ihre Form wieder hat, es ebenfalls in den Final schaffte und dort Dritte wurde. Schade war bei den Saluki-Hündinnen das verletzungsbedingte Ausscheiden von Raffi (Haftrangi Tizpa Iranschahr), die in den Vorläufen die beste Zeit aufwies, dann aber hinkte und von Uschi zurückgezogen wurde.
Über die Vorläufe und den Final der Saluki Rüden ist im Nachgang zur EM viel geschrieben und kommentiert worden. Ob in den Vorläufen die Entscheide der Bahnbeobachter und der Jury richtig und gerecht waren, kann ich nicht beurteilen. Beachtenswert ist jedoch, dass wettkampferfahrene Hunde wie Schahin, Jaraby oder Camrosh, die auf der Bahn nur eines im Kopf haben, den Hasen, problemlos durch die Vorläufe kamen. Sie lenken andere nicht ab und lassen sich nicht ablenken. Persönlich war ich enttäuscht, dass Jaraby den Final ganz knapp verpasst hat. Er hatte nach den Vorläufen ex aequo die gleich Zeit mit Öff Öff, so dass die Zeit des anderen Laufs auch zählte und er knapp ausschied. Jaraby, Schahin und Camrosh haben in den vergangenen drei Jahren immer gemeinsam hochstehende EM- resp. WM-Finalläufe bestritten.
Den Final-Krimi habe ich von meinem nicht optimalen Standort neben der Startboxe so erlebt, dass es bis anfangs Gegengerade nach einer klaren Sache für den unter Rot startenden Buran aussah, bis Abu Khan anzog und als Erster in die Kurve bog, dicht gefolgt von Schahin und Camrosh, der sich wie immer auf der Aussenbahn abmühte. Ob Abu Khan in der Zielkurve ausglitt, stolperte oder weshalb er verlangsamte und dabei auch Schahin ganz kurz aus dem Konzept brachte, konnte ich nicht ausmachen. Camrosh liess sich nicht zweimal bitten, packte seine Chance und zog allein davon. Seine Rechnung ist auch diesmal, wie bereits vor zwei Jahren in Gelsenkirchen, aufgegangen.

Dass Karin Mausberg, den Siegerpreis übergeben durfte, weil ihre Saluki-Hündin Baomid vor fünfundzwanzig Jahren in Beringen das UICL-Rennen gewonnen hatte, setzte diesem spannenden Final noch das Tüpfchen aufs I.

Start Finale EM 2011
Start zum Final Rüden vlnr:
Abu Khan, Camrosh, Schahin, Buran, Awwal, az Öff Öff, Foto Václavíková
Finale EM 2011, Startgerade
Startgerade Final Rüden,
Foto van Welzen
EM 2011, 4. Kurve
4. Kurve Final Rüden, Foto Václavíková
Finale EM 2011, 4. Kurve
4. Kurve Final Rüden,
Foto van Welzen
Bahn-Europmaeister 2011
nach der Siegerehrung: Camrosh, Schahin, Foto Václavíková
Siegerehrung Rüden, EM 2011
Siegerehrung Rüden,
Foto Václavíková
Finale Hündinnen
Saluki-Hündinnen vor dem Finalstart, Foto Václavíková
Finale Hündinnen, EM 2011
Start Fianle Hündinnen vlnr: Calila, Homa'y, Chahinaz, Uschin, Bidari, Amy Double Ö,
Foto Václavíková
Siegerehrung Hündinnen
Siegerehrung Hündinnen,
Foto Václavíková
25.09.2011, 18:38 Uhr,

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